Blankenberg Burgruine

Geodaten:  50°24'5.12"N   11°42'53.84"E

Auf einem steil nach Süden abfallenden Bergrücken hoch über dem Saaletal (520 m ü. NN) stand seit über acht Jahrhunderten die „Veste Plankenberg". Die Burg gehörte ursprünglich zu einer Reihe von Sicherungsfestungen an der Saale, war ursprünglich Reichslehen und hatte dann über die Jahrhunderte verschiedene Besitzer.
Die Entstehung der Befestigung im 12. Jahrhundert ist durch archäologische Untersuchungen sowie urkundliche Quellen gesichert. Im Jahr 1192 werden mit Dietrich, Günther und Siegebold erstmals die Herren von Blankenberg bezeugt. Wahrscheinlich sind sie aus dem Geschlecht derer von Reitzenstein hervorgegangen. Die von Blankenberg sind ab 1338 Dienstmannen der Vögte von Gera. 1371 wurde die Burg für 1400 Schock an Kaiser Karl IV. und seinen Sohn Wenzel veräußert. Ab dem 15. Jahrhundert bis 1815 blieb sie bei Kursachsen. Nachfolgend wechselte der Besitz an den Freiherren von Beust bzw. an die Familie von Götze.
Mit Beginn der Neuzeit hatte die Burg wie alle Burgen ihren ursprünglichen Sinn als Wehrbau verloren. Sie wurden langsam zu Schlössern, bei denen Bequemlichkeit über Sicherheit und Befestigung ging. Das Schloss, war ein Wohnbau mit abgerundeten Ecken.

Die Burg gliedert sich in einen höher gelegenen Wohntrakt im Westen und einen tiefer liegenden Zwinger im Osten. Das Wohnareal wurde auf einer Fläche von 27m x 20m vollständig von einem eiförmigen wohnturmartjgen Bau eingenommen, der in der Mitte einen engen Innenhof freigab. Seine Mauerstärke betrug 3,50m. Der Bau bestand aus drei Stockwerken und wies an seinen Außenseiten gerundete Ecken auf.
Der jetzige nördliche Treppenzugang ist erst im 18. Jahrhundert entstanden. Ursprünglich erfolgte er im Osten über den Zwinger. Dieser ist Nord-Süd ausgerichtet und besitzt die Form eines ungleichmäßigen Vierecks. Auf dessen östlicher Längsseite befand sich ein Schalenturm. Im Westen konnten Fundamentreste von Gebäuden und eine Zisterne nachgewiesen werden. Die Wirtschaftsgebäude der Burg lagen nördlich der Hauptburg im Bereich des ehemaligen Rittergutes. Ein aus dem Fels gehauener Halsgraben, der jetzt zum Teil als Weg genutzt wird, umgab Teile der Anlage.
Im Herbst 1947 erließ die damalige sowjetische Besatzungsmacht den Befehl Nr. 209 zum Abbruch von Adelssitzen.
Das Schloss wurde  noch bis 1948 durch eine Arztpraxis und mehrere Wohnungen genutzt.
Der ortsansässige Arzt und verschiedene Blankenberger Bürger setzten sich für den Erhalt des geschichtsträchtigen Bauwerkes ein, jedoch scheiterten alle Pläne, den Baukörper einer anderen nützlichen Bestimmung zuzuführen. Außer einem riesigen Trümmerhaufen blieb von der historischen Stätte nach der Sprengung nichts übrig. Im Laufe der Jahrzehnte überzog die Natur den Schutthaufen mit Grün. Die geringe Entfernung zur deutsch-deutschen Grenze, deren Anlagen nur wenige Meter an den Resten der Burg vorbeiführten, verhinderte, dass sich etwa Interessierte um die Ruinenteile kümmern konnten.
Erst nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten war dieser Bereich wieder zugänglich.
So bemühten sich ab 1993 einige  Blankenberger die noch sichtbare Ruinenteile vor dem endgültigen Verfall zu bewahren.
Die Ruinenreste wurden 2007 vermessen, das Fundmaterial von der Fachbehörde inventarisiert und bearbeitet.  Sie werden  in Teilen in der kleinen Ausstellung im Kreuzgewölbekeller präsentiert.

 

 
Blick auf Blankenberg
 
Ortslage Blankenberg
 
Kirche Blankenberg
 
Blankenberg Lageplan der ehemaligen Burg
 
Blankenberg: Modell der Burg 2007
 
Blankenberg, Burgruine
 
Blankenberg, Reste der gesprengten Burg
 
Burgruine mit Modell
 
Blankenberg, Hinweistafel
 
Grundriss