Goldmuseum in Theuern  / Südthüringen

Geodaten:   50°25'37.09"N  11° 2'20.83"E

Das Goldmuseum ist ein Museum in der Ortschaft Theuern bei Grümpen im Thüringer Schiefergebirge. Untergebracht ist es in einem großen Mühlengebäude, der Burgmühle. 

Schön, geheimnisvoll und unberechenbar!
Gold - ein Stoff, aus dem Träume sind, der Massenhysterien auslöste und heute mehr denn je für Reichtum und Luxus steht. In Thüringen wartet er in Fließgewässern nur darauf, gefunden zu werden.
 

„Das ist natürlich viel leichter gesagt, als getan", weiß Markus Schade aus Theuern, Gründer und Betreiber von Deutschlands erstem und einzigem Goldmuseum. Denn die in Thüringer Gewässern lagernden Goldvorkommen bewegen sich lediglich im Milligramm-Bereich. Viel Geduld, ein geschultes Auge und die richtige Technik vorausgesetzt, hält der Hobby-Goldsucher nach einem achtstündigen Arbeitstag nur wenige Goldflitter, jedes kaum mehr als einen Millimeter groß, in der Hand. Ist das nicht deprimierend? „Nein", sagt Markus Schade, „denn wer hier Gold findet, kann sicher sein, das dieses Stückchen Metall noch kein Mensch zuvor in den Händen gehalten hat."

Erste Goldfunde in Thüringen gehen bis in die Bronzezeit, vor rund 4000 Jahren, zurück. Auch die Kelten wurden im heutigen Gebiet von Masserberg, Goldisthal, Reichmannsdorf und Neumannsgrund fündig. Ein Bergschrei, ähnlich einem Goldrausch, lockte im 12. Jahrhundert die Menschen ins Thüringer Schiefergebirge. Ende des 16. Jahrhunderts verschwand der Goldbergbau, doch immer wieder kamen Hobby-Goldgräber und versuchten ihr Glück.

Einer von ihnen ist der Geologe Markus Schade. Der gebürtige Berliner sah als Steppke einen in Deutschland gefundenen Goldnugget. Davon war er so fasziniert, dass er beschloss, sein eigenes Gold zu suchen.

Nach dem Studium der Geologie, mit dem nötigen Grundwissen ausgestattet, hat Markus Schade „sein" Gold gefunden. Seit 33 Jahren gräbt er rastlos nach dem edlen Metall. Reich ist er zwar nicht geworden, doch fand er immerhin soviel Gold, dass er 1997 im zweiten Anlauf sein kleines Goldmuseum in Theuern eröffnen konnte.

Von außen erinnert das gelb-braune Haus so gar nicht an eine Stätte, in der Gold lagert. Keine Gitter an den Fenstern, keine Wachen wie vor Fort Knox. Und doch trifft der Besucher in der alten Burgmühle auf jede Menge Gold - als Nugget, Flitter und Staub. Auf rund 120 Quadratmetern wird vom ersten dokumentierten Fund in Ägypten über die mittelalterlichen Goldsucher in Thüringen, dem legendären Goldrausch bis hin zu Funden der heutigen Zeit die Geschichte des edlen Metalls anschaulich gezeigt.

„Immer wieder fasziniert mich dieses Metall", erzählt Schade. „Es ist wie eine launische Dame: schön, geheimnisvoll und unberechenbar."

Deshalb treibt es den Autodidakten auch immer wieder hinaus. Insgesamt 251 Wasserläufe in Thüringen hat er bereits auf ihre Goldtauglichkeit untersucht und in dem Buch „Gold in Thüringen" dokumentiert.

Allerdings beschränkt sich Schades Goldsuche nicht nur auf Deutschland. Selbst an so legendären Orten wie am Yukon River, in Sibirien und Australien wurde er fündig. Sein Wissen möchte er nicht für sich behalten. Wer das Handwerk des Goldwaschens erlernen möchte, kann sich im Goldmuseum melden. Tagesausflüge und Schnuppertouren sowie Goldreisen nach Kanada können hier gebucht werden und manch einer hat dabei schon das Goldstück seines Lebens gefunden.

von Uwe-Jens Igel aus AA am Sonntag 05.02.2006

www.goldmuseum.de