Nikolaus Schmidt in Rothenacker

Geodaten:    50°27'35.40"N  11°54'24.83"E

Das beschauliche Dorf Rothenacker mit seinen eingemeindeten Dörfern Willersdorf und Ebersberg beherbergt 325 Einwohner. Die Orte liegen im Dreiländereck Sachsen-Thüringen-Bayern.  Der "Drei Freistaatenstein" liegt mit 4100 m Entfernung in unmittelbarer Nähe. Das ist eine kleine Wanderung wert!
Rothenacker wurde 1402 urkundlich das erstmals genannt. Der Ort war damals wie heute landwirtschaftlich geprägt. Bemerkenswert ist die Gründung der Güterverwaltung „Nicolaus Schmidt“ am 29. Oktober 1991. Man beschritt damit einen neuen Weg der Agravereinigung.
Nikolaus Schmidt-Küntzel, *20.01.1606; 
26.06.1671, war Sohn des Bauern Johann Martin Schmidt und seiner Gattin Katharina, geb. Kändler, aus Rothenacker.  Das Dorf Rothenacker war damals auch schon ein Grenzdorf zu Sachsen. Den Beinamen Künzel erhielt der Sohn vom Großvater. Trotz geordneter familiärer bäuerlicher Verhältnisse, wuchs der Junge bis zum 16. Lebensjahr ohne Schulbildung auf. Er lernte weder lesen noch schreiben, obwohl sein Onkel Kändler Schreiber war. Als  er 16 Jahre alt war, stellte sein Vater einen jungen Knecht ein, der lesen und schreiben konnte. Von ihm lernte Nikolaus das Lesen und Schreiben sehr schnell, weil er eine gute Auffassungsgabe besaß.
Er lernte die lateinische Hand- und Druckschrift und auch die Sprache, weil sie in der Kirche als Amtssprache genutzt wurde. Auch der Onkel Kändler stand ihm nun zur Seite. Der Schullehrer aus Mißlareuth schenkte Nikolaus einen Katechismus in deutscher, lateinischer, griechischer und hebräischer Sprache. Das war nun für den genialen Kopf der Grund, auch griechisch und hebräisch zu lernen. Das führte soweit, dass er im Laufe der Jahre 15 Sprachen beherrschte.
Zu Fuß ging Nicolaus nach Schleiz, Dresden und Nürnberg, um sich verschiedene Bücher zu beschaffen. Deutsche Gelehrte und Fürsten wurden auf Schmidt aufmerksam und luden ihn an die herrschaftlichen Höfe ein.
Aber auch mit Musik Kräuter- und Arzneikunde, Astrologie, Jura und Astronomie beschäftigte er sich. Wetterkunde gehörte auch dazu. 1653 veröffentlichte er den Schmidt-Küntzel’schen Schreibkalender.
Heute beherbergt das Geburtshaus von Nikolaus Schmidt-Küntzel ein kleines Museum. Da kann man sehen, wie die Menschen zu der damaligen Zeit gelebt haben.
Wer das Museum besuchen möchte, sollte einen Termin vereinbaren.

 

 
Rothenacker
 
Wohnhaus von Nikolaus Schmidt-Küntzel
 
Wohnhaus von Nikolaus Schmidt-Küntzel
 
Inschrift am Wohnhaus

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Drei Freistaatenstein: 

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