Stelzen

Geodaten:  50°29'16.30"N  11°57'5.47"E 

Der Stelzenbaum, um den sich zwei Legende ranken, wurde bereits 1569 in einer Karte vom Maler Wolf Meyerpeck mit Abbildung vermerkt. Er  befindet sich auf der 609 Meter hohen Stelzenhöhe in unmittelbarer nähe des Dorfes Stelzen, nur 500 m entfernt. Der Sage nach, "Das Wunder vom Stelzenbaum" , soll der mächtige Baum aus einem Hirtenstab gewachsen sein.
Der Baum muss damals schon eine stattliche Größe gehabt haben. Auf der Höhe ist er weithin sichtbar gewesen und besaß so einen großen Bekanntheitsgrad. Immerhin hatte der Baum einen Durchmesser von 1,50 m. Am 18. März 1897 tobte in der Gegend ein schweres Unwetter, dass nicht nur Dächer, Hütten und Zäune ramponierte sondern auch den Stelzenbaum zu Fall brachte. Am nächsten Morgen lag die Krone des Baumes neben dem Stamm, der noch eine Höhe von 4 m gehabt haben soll. Der Tobertitzer Landwirt Gottsmanns hatte sich aus dem Samen des Stelzenbaumes kleine Bäumchen gezogen. Eines der Nachkömmlinge schenkte er dem Plauener Touristenverein, die 1898 das Bäumchen neben den Resten des alten Baumes pflanzten. Ende der zwanziger Jahre wurde der alte Stumpf mit einer Betonplatte abgedeckt.
Im Zeitraum 1949 bis 1991 war der Stelzenbaum nicht mehr zugänglich, weil sich die "Freunde", damit wurden die sowjetischen Armee im Sprachgebrauch der DDR-Bevölkerung bezeichnet, dort niedergelassen hatten. Eigentlich kein Wunder, wenn man sich das Panoramabild unten ansieht.
Nach dem Anzug der Truppen wurde das 13,4 ha große Areal für 500.000 DM renaturiert. Heute ist davon nichts mehr zu sehen.
Aus der Freude über den neuen Zugang zur Stelzenhöhe ist möglicherweise das erste "Stelzenfestspiel" 1992 entstanden. Am 10.10. 1993 gründete sich der
"Stelzenfestspielverein bei Reuth".  Der Verein zählt heute, 2012, etwa 120 Mitglieder. Der Name ist ist nicht nicht zufällig gewählt. Er stand aus der ehemaligen Postadresse
Stelzen bei Reuth .  Hier wird die ironische Distanz zu Bayreuth sichtbar. Die "Stelzenfestspiele bei Reuth" gelten immer noch als Geheimtipp. Das  musikalische Angebot ist sehr groß.

 

 
Stelzen
 
 
der neue Stelzenbaum, er ist auch nur 120 Jahre alt, und  der Stumpf des alten Stelzenbaums in Beton
 
Stelzenbaumtafel
 
Blick auf Stelzen
 
Festspielscheune Stelzen, entstanden 2007
 
Kirche Stelzen
 
Panoramablick über Stelzen 
(1,3 MB)
 
Plakat der Festspiele 2012
www.stelzenfestspiele.de