Römisches Heerlager bei Hachelbich / Göllingen

Geodaten:  51 20 23.48 N 10 58 30 E
Hinweis: Das römische Heerlager ist kein Ausflugsziel. Es gibt nicht mehr zu sehen!
Die Bilder unten zeigen das Wesentliche.

Römisches Heerlager bei Hachelbich

Bad Frankenhausen ist 7 km entfernt, zur Kreisstadt Sondershausen sind es 12 km.

Es kann als gesichert angesehen werden, dass auch Römische Truppen  auch auf Thüringer Boden unterwegs waren. Das wurde zwar vermutet, aber Beweise gab es bisher nicht. Der Nachweis ist nun erbracht.
Bei dem Dorf Hachelbich im Kyffhäuserkreis ist ein römisches Marschlager aus der Zeit zwischen dem 1. und 2. Jahrhundert nach Christus gefunden worden.
Die Anlage weise alle Merkmale auf, wie sie im antiken Schrifttum und in bisherigen Beschreibungen von Archäologen dargestellt worden seien. Funde wie Buntmetallgegenstände und eiserne Schuhnägel wiesen ebenfalls auf römische Soldaten hin.
Neben für die Römerlager typischen  bis zu einen Meter tiefen Spitzgräben im Süden und Osten der Anlage konnten die Archäologen auch acht Backöfen mit Arbeitsgruben freilegen.
Feldlager dieser Art seien innerhalb weniger Stunden errichtet worden und hätten den Truppen auf Feldzügen zur Unterbringung gedient, bisweilen seien sie nur für eine Nacht angelegt worden.
Die Entdeckung des Marschlagers erfolgte etwa in den Jahren 2009 / 2010 bei bodendenkmalpflegerischen Routinemaßnahmen vor dem Bau einer neuen Trasse für die Landesstraße 2290 von Hachelbich nach Göllingen. Ausgrabungen erfolgten bisher in den Jahren 2010, 2014 und 2015.
Anhand der Vorgehensweise bei anderen untersuchten Marschlagern lässt das den Schluss zu, dass die römischen Truppen nach der Aufgabe des Lagers die Verfüllung vorgenommen haben. Mittels der Radiokarbonmethode datierte Holzreste aus der Verfüllung wurden auf 50 v. Chr. bis 125 n. Chr. datiert.
Der genaue Zeitpunkt der Errichtung des Lagers ist nicht bekannt und es kann keinem der aus antiken Überlieferungen bekannten Feldzüge zugeordnet werden. Seine Größe schätzen die Archäologen auf eine römische Legion mit rund 5000 Legionären und mit Hilfstruppen auf insgesamt etwa 8000 bis 9000 Mann. Über den Grund des Aufenthalts römischer Truppen ist nichts bekannt.

 

Ein Reim aus alten Zeiten:
 


Jieche, Berke, Hachelbich
diese drei die stacheln sich.
Kommt der jiechsche Kanter
haut se auseinander.
Und Hochdeutsch:
Jecha, Berka,Hachelbich,
diese drei die stacheln sich.
Kommt der jechaer Kantor,
haut sie auseinander.

 

Hier liegt das Ausgrabungsgelände. 51° 20' 15.95" N    10° 58' 18.45"E 

 
die neue Straße vom Göllingen nach Hachelbich
Direkt hinter der Straßenkurve liegt die Grabungsstätte
 
 
auf dem Feld direkt neben der Straße, kleine Anhöhe, liegt das ehemalige Römerlagen. Im Hintergrund ist Hachelbich zu sehen
 
rechts und links vom Straßeneinschnitt, wurden die Grabungen vorgenommen.
 
 
neben der Straße von Göllingen nach Hachelbich, Feldweg
 
Wegweiser
 
 
Fundgegenstände auf dem Feld
 
Ausgrabungsstätte


Hachelbich
 
 
 
Hachelbich
 
 
   

Größere Karte anzeigen